Schmarotzertum

Isle of Tears

Eigentlich sollte dieser Post „Selektionsrampe 2.0“ heißen. Das klang mir dann allerdings doch zu radikal. Trotzdem sollte man sich anhand der neuen Großtat der CDU/CSU-Populisten fragen, wer denn wirklich radikal ist: Unionspolitiker fordern Intelligenztests für Einwanderer. Ich muss sicherlich nicht extra hinzufügen, dass die Aussagekraft eines typischen IQ-Tests mehr als zweifelhaft ist und zunächst nicht mehr und nicht weniger ermittelt, als die Fähigkeit, IQ-Tests zu lösen. Viel mehr als die Schädelvermessung beim „ostischen Untermenschen“ ist das also nicht.

Worauf dieses Gebrabbel abzielt ist klar die Einrichtung einer neuen Insel der Tränen. Spöttelnde Kommentare über den IQ des CDU-Sprechers Peter Trapp oder der Leser der Zeitung, dergegenüber er diesen rassistischen Mist verzapft hat, spare ich mir. Welches Gedankengut aber offenbar in unserer Gesellschaft nicht mehr nur im Untergrund gärt sondern sogar schon an der Oberfläche faulig stinkt, ist erschreckend. Hierzu empfehle nur, im verlinkten Wikipedia-Artikel den Abschnitt über die Geschichte der Insel durchzulesen.

Abgesehen davon, dass Deutschland kein Einwanderungsland in der Größenordnung von USA, Kanda, Australien o.Ä. ist und auch nie war, ist eine Begrenzung der Einwanderung für einen Teil der Bevölkerung trotzdem ein legitimes politisches Anliegen. Falsch ist es dann aber, sich solcher Ausschlusskritierien wie IQ-Test, DNA-Probe, politisches Verhör, oder was auch immer zu bedienen. In den USA scheint man bei einer simplen Quotenregelung angelangt zu sein, was das Ende von Ellis Island bedeutete. Hierzulande ist leider fruchtbar noch, der Schoß aus dem dies kroch: denn was dies alles nach sich zieht, wenn man erst Aus- und dann vielleicht auch Inländer solchen Verwertbarkeitskriterien unterwirft, steht außer Frage. Soll jemand sein Baby abtreiben müssen, wenn er weiß dass es behindert sein und ergo eine negative Kosten-/Nutzenbilanz haben wird? Das sind Menschen, verdammt noch mal!

Ein anderes Problem kommt auch noch hinzu: intelligenter, hochqualifizierter Nachwuchs verläßt gern das Land. Und das würde ich auch jedem raten: wer noch was in der Birne hat, wer in einer menschenfreundlichen Umgebung Kinder großziehen will, wer auf besseres Wetter steht, der soll sich was schöneres suchen. Denn momentan sieht es leider so aus, als ließe sich dem wieder salonfähigen Unmenschentum in diesem Lande friedlich kaum mehr Einhalt gebieten.

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