Technisches

Axel E. Fischer fordert Clerasil für verpickelte Häuser auf Street View

Nun werden Eier geworfen auf Häuser, deren Besitzer oder Mieter sie auf Google Street View haben verpixeln lassen. Willkommen in Deutschland, wo man nicht gleichgeschaltete Meinungen und Menschen (immernoch, schon wieder) mit Eiern oder Häme bewirft…

Letzteres tut auch ein post-post-post-moderner Praktikant(?) der taz unter dem wahnsinnig kreativen Titel Eine Burka für mein Haus. Das erinnert doch sehr an den Experten aus der Internet-Enquete-Komission, der ein „Vermummungsverbot“ im Internet forderte. Diese Diffamierung datenschtzbesorgter (Netz-)Bürger, indem sie wahlweise mit Schwarzblocklern einer Demo oder Trägerinnen eines bei uns generell negativ konnotierten Kleidungsstücks verglichen werden, ist einfach nur Goebbels-Spirit.

Bei der Diksussion fällt eins aber völlig unter den Tisch: dass wir hier gar nicht zu einer einheitlichen Meinung kommen müssen. Wie der Einzelne über seine personenbezogenen Daten entscheidet, ist eben ausschließlich seine Sache; und alle echten und virtuellen Eierwerfer haben das zu respektieren.

Schlussendlich möchte ich als Internet-Veteran, der (privat, nicht via Uni) das Netz schon genutzt hat, bevor die ersten, grauenhaft anzuschauenden Web 1.0 – Homepages aus dem Boden sprossen, einmal folgendes sagen: Anonymität, bzw. Pseudonymität, war und ist größtenteils der gängige Modus Operandi im Netz. Das ist vollkommen normal und gut so, die Nachricht steht im Mittelpunkt, nicht die Eigenschaften des Verfassers, wie Herkunft, Geschlecht, Religion. Sehr schön ist dies bei Jens Scholz dargestellt.

Das Feld-Wald-Wiesen-Internet ist inzwischen längst nicht mehr anonym; wer dies behauptet, ist in meinen Augen naiv. Nun auch die Pseudonymität abschaffen zu wollen sehe ich hauptsächlich der Durchkommerzialisierung des Netzes sowie der Meinungskontrolle geschuldet. Also: macht’s den Leuten doch einfach und erstellt ein facebook-Profil. Erzeugt genug statistische Daten, um eure Pseudonyme mit euch verknüpfen zu können. Und allen, die nicht bei facebook sind, schmeisst ihr ein paar Eier an den Kopf!

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Propaganda

„Terror“-„panik“ in Deutschland

Ach, eigentlich müsste man das nun wirklich nicht kommentieren. Trotzdem ein paar unzusammenhängende Gedanken von mir zum Thema.

„Wenn du ihnen keine Hoffnung mehr verkaufen kannst, verkauf ihnen Angst.“
So könnte man das Gebaren der Offiziellen wohl treffend beschreiben. Um seine Macht zu erhalten oder eine Agenda durchzuziehen, bedarf es der Motivation oder zumindest der Duldung des Volkes. Insofern wäre das schon alles.

Unabhängig davon, ob eine konkrete Gefahr besteht, schüren die Panik hauptsächlich Politik und Medien. Und profitieren natürlich davon. Fast hilflos werden schwerbewaffnete Beamten überall aufgestellt, zur Denunziation wird aufgerufen. Niemand scheint sich zu interessieren, wer denn jetzt wen bedroht, woher die Informationen eigentlich kommen. Das Peinliche daran ist, wie dilettantisch uns hier die Angst verkauft wird. Die Elite scheint das Volk für sehr dumm zu halten, egal ob breechtigt oder unberechtigt. Dabei gäbe es sicherlich den einen oder anderen Sofa-Taliban, der sich erheitert Bier und Popcorn zuführen würde, ginge der Reichstag in Flammen auf.

Ich wünsche mir nicht, dass tatsächlich etwas passiert. Ich will aber auch nicht, dass sich Deutschland wie eine Hühnerherde aufscheuchen lässt, nur weil irgendjemand behauptet, er hätte in der Nähe einen Fuchs gesehen, und man müsste den Stall jetzt noch mit Stacheldraht umzäunen. Zu der Angst, auf einem Weihnachtsmarkt könne etwas passieren, möchte ich daran erinnern, dass das letzte große Bombenattentat auf einem deutschen Volksfest mit größter Wahrscheinlichkeit auf das Gladio-Netzwerk, letztlich also eine operative Einheit der NATO, zurückgeht. Wer sich hierüber informieren möchte, dem sei der Vortrag des Historikers Dr. Daniele Ganser von der Universität Basel ans Herz gelegt, der erste Teil von zwölfen befindet sich hier:
http://www.youtube.com/watch?v=sd9o6kohI7I

In diesem Sinne wünsche ich, wortwörtlich, eine friedliche und besonnene Adventszeit.

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Übrigens

WTF? LOL vom NATO-Gipfel!

Hier liebe LeserInnen, sehen Sie die Führer zweier Staaten, die sich gerade im Krieg befinden:

Welch ein zivilisatorischer Fortschritt… Hitler wäre bestimmt nicht so fidel auf ein Gipfeltreffen der Alliierten zum Händeschütteln gekommen.

Hmmm… ist also der Afghanistan-Krieg doch kein Krieg? Dauert immerhin schon länger als der Zweite Weltkrieg… oder ist das alles schon Besatzungszeit? Oder ist Karzai vielleicht gar nicht der „echte“ Führer der Afghanen, sondern ein US-Homunkulus wie schon Suharto, Pahlavi, Pinochet und co.? Dieses Bild wirft doch Fragen auf, die alle in den Medien heute nicht zu hören waren, als die Karzai-Bilder gesendet wurden.

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Big Brother, Web

WTF? LOL!

Es waren einmal CDU-Politiker. Diese lebten isoliert von der Menschheit in Sphären, die insbesondere aus Zusammenkünften bestanden wo der Eindruck entstehen sollte es würde gearbeitet und daß dies mit großem Hintergrundwissen geschehe. Die Sphären sorgten auch dafür, daß sie nichts mit der Allgemeinheit zu tun hatten und ihre Zustimmung bei der Bevölkerung zunehmend sank. Um ihre Existenz in den Sphären zu sichern, mußten sie der Bevölkerung Angst einjagen und sich als Schützer ihrer Freiheit darstellen, auch wenn sie das genaue Gegenteil taten.

Ein Bericht aus so einer Sphäre schaffte es im Jahre des Herrn 2010 im Monat November an die Öffentlichkeit. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Axel E. Fischer forderte ein Verbot von Nicknames im Internet. Die Undurchlässigkeit der Sphären wird besonders daran deutlich, daß besagter Politiker seiner Zeit Vorsitzender der Enquete-Kommission des Bundestages zu den Themen Internet und digitale Gesellschaft war und damit eigentlich von seinem Ressort Ahnung gehabt haben sollte.

Dazu passend der Vorschlag für die Saalwette der im im darauffolgenden Monat Dezember stattfindenden „Wetten, daß ..?“ Sendung in Düsseldorf: Wetten, daß es nicht gelingt, 10 CDU Mitglieder auf die Bühne zu bringen die erklären können was LOL, ROFL und WTF bedeuten und gleichzeitig im Internet stets ihren Klarnamen benutzen?

Ebenfalls aus dem Wunderland entspringt die letzte Meldung, daß der Abmahnwahn mit einer weiteren furiosen Welle um sich schlägt. Die Meldung, daß facebook Nutzer abgemahnt werden sollen die Zeichentrickfiguren als Profilphoto genommen haben, macht die Runde.

Photo des Reichstagsbrandes

Der fingierte Reichstagsbrand 1933


Wie lange wird das so weitergehen? Die Politiker, die vorwiegend aus der Kaste der Rechtsverdreher stammen, sind wohl nicht an einer Lösung des Problems interessiert – warum auch? Wenn es mit der Politik nicht klappt, können sie die Bürger wieder schröpfen, diesmal als Abmahnanwälte. Die anderen Profiteure sind die Rechteinhaber, also die Medien, und mit denen verscherzt man es sich als Politiker nicht, wenn man gute Presse haben will. Außerdem, wen interessiert der Pöbel? Hoffen wir mal, daß die für dieses Jahr für den Berliner Reichstag angekündigte Guy Fawkes Night klappt, das Berliner Regime beendet und es einen erfolgreichen Neustart für unseren Staat gibt.

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Technisches

The Beginning is the End is the Beginning

Vor etwa zwanzig Jahren wurden auf Schulhöfen Disketten mit Computerspielen getauscht und Musik wurde von CDs auf Kassetten kopiert. Einige Jahre später waren Lieder als MP3s auf Webseiten im WWW erhältlich und auf LAN-Parties wurden Filme getauscht, da die Bandbreite dies erlaubte. Später kamen dann Tauschbörsen hinzu -damals war Napster die Tauschbörse schlechthin-, die es erlaubten mit anderen Nutzern global Musik zu tauschen. Durch höhere Bandbreiten wurde auch der Tausch von Filmen und Spielen möglich.

Diskette

Tatwaffe


Die Beispiele illustrieren die rasante Zunahme sowohl des Datenvolumens, als auch der Anzahl potenzieller Tauscher, die durch den technischen Fortschritt ermöglicht wurde. Das Prinzip des Tauschens ist noch dasselbe, nur die Mittel haben sich geändert.

Interessant ist, daß seit etwa zehn Jahren die Politik auf diese Situation nicht reagiert und Bürger weiterhin kriminalisiert werden! Das soll keine Werbung für die Piratenpartei sein, sondern eher ein Aufruf dazu sein, daß sich die größeren Parteien diesem Thema widmen.

Es ist Zeit das das Urheberrecht zu reformieren und dabei dem Interesse der Allgemeinheit zu folgen, statt dem Interesse einiger blutsaugenden Rechtsanwälte, die nichts zu der Gesellschaft beizutragen haben. Es gibt doch schon die GEZ und die GEMA, warum wird ihre Funktion nicht geändert und einfach ein Informationsbeitrag erhoben und dem Bürger so das Recht gegeben sich legal Informationen zu beschaffen?

Das Argument des Mehraufwandes eines neuen Systems kann wohl nicht gelten, wenn man den Aufwand des jetzigen Zustandes beachtet: das Suchen nach Urheberrechtsbrechern, das Loggen von IPs, die Abmahnungen, die Anwaltskosten, die Prozesse, etc.
The Pirate Bay Logo
Ebenfalls gezeigt haben die Jahre, daß sich der Datentausch nicht stoppen läßt. Die Nachfolger Napsters haben einfach keine Client-Server-Systeme mehr benutzt. The Pirate Bay wollte den Mikrostaat Sealand kaufen, um so außerhalb der Gerichtsbarkeit irgendwelcher Staaten zu stehen. Die Kaufverhandlungen sind allerdings gescheitert. Neuerdings macht das Gerücht die Runde, daß The Pirate Bay einen Satelliten ins All schicken würde, um so ebenfalls in einem rechtsfreien Raum operieren zu können.

Kostengünstiger, wenn auch zunächst an eine kleinere Zielgruppe gerichtet ist das sogenannte Dead Drops Projekt. Hierbei werden USB-Sticks in öffentlich zugängliche Aussenwände verputzt, damit Leute mit ihren mobilen Rechnern vor Ort Daten ablegen oder abrufen können. Der Erfinder der Idee bezeichnet es als „offline, peer to peer file-sharing network in public space“. Dieses Prinzip ließe sich durch das WWW noch verbessern, indem Nutzer in einem sozialen Netzwerk untereinander Wünsche oder Angebote äußern können, um so dem ganzen mehr Dynamik zu verschaffen. Außerdem wäre es wünschenswert, wenn einige Gemeinden in Deutschland öffentliche Sticks offiziell zur Verfügung stellen würden.

Wir sind also wieder auf dem Schulhof.

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