Naher Osten

Zur Lage der (ägyptischen) Nation

Wenn man Nachrichten hört, dann kann man dieses leidige „XYZ kritisiert ABC scharf“ schon gar nicht mehr hören. Wenn man aber diese nichtssagende, da konsequenzlose Phrase in Zeiten des Wechsels aus den Mündern der Entscheidungsträgern erwartet, so sucht man sie vergebens. Wo ist die scharfe Kritik Obamas an Hosny Mubarak? Es ist mittlerweile ein Naturgesetz, daß Merkel ebenfalls treu das Vorgehen des senilen Despoten scharf kritisieren würde, wenn das Herrchen Barack vorausgeht.

Vermissen tut man auch die innere Einsicht in den deutschen Medien, daß „die da unten“ (anderes Wort für Muslime, hat noch mehr vom Untermenschen) doch Demokratie wollen – bloß, daß wir ihre Unterdrücker unterstützen. Auch eine Art historische Aufarbeitung fehlt, schließlich geht es hier um 30 Jahre Diktatur und seinen Schrecken – wie beispielsweise Androhung von Vergewaltigungen bei weiblichen Aktivisten – und daß man da nie Druck gemacht hat, aber bei einer nicht ganz reibungslosen Wahl im Iran gleich aufschreit. Man beachte da auch den Unterschied. Man hat den letzten 30 Jahren verschiedene iranische Staatsoberhäupter gesehen, aber Mubarak ist noch ein und derselbe. Sogar die Haarfarbe ist geblieben.

Statt sinnlosem Gelaber könnte die deutsche Regierung die Ägypter unterstützen und zwar indem sie den Ägyptern einen Dial-up Zugang zum Internet verschafft, um die dortige Kommunikationssperre aufzuheben, so wie es ein französischer Telekommunikationsanbieter vormacht. Dies und mehr Druck (sowie amerikanische Black Ops) würden das Regime aushebeln, aber man kann darauf wetten, daß da nichts kommen wird.

Wer kann gegenüber China, dem Iran und Russland den Mangel an Menschenrechte kritisieren und dann kneifen, wenn man die Chance hat eine Diktatur zu stürzen? Es muß Schluß sein mit der Heuchlerei und dem Opportunismus. Bereits 1939 hat der damalige US-Präsident F. D. Roosevelt mit seinem Zitat „Somoza may be a son of a bitch, but he’s our son of a bitch“ leider eine Richtlinie der amerikanischen Außenpolitik vorgegeben, an der sich bis heute nichts geändert hat. Man unterstützt Despoten mit denen man Geschäfte machen kann. Daß das verwerflich ist, muß man nicht weiter erläutern.

Ach, und angesichts solcher Fehlschläge ist Merkel nur beim AC Mailand ein würdiger Vertreter Deutschlands.

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Nassbirniges, Propaganda

Die Hetzer – Teil 1: Der geistig verwilderte Gerd

Hier ein kurzes Zitat des seltsamen, sogenannten Islamkritikers (Berlinsprech für Islamhetzer) Geert Wilders aus einem Video über seinen Berlinbesuch:

Geert Wilders: Ein Deutschland voller Moscheen und verschleierter Frauen ist nicht mehr – meine Freunde – ist nicht mehr das Deutschland Goethes, Schiller und Heines, Bachs und Mendelssohns.
Das Publikum applaudiert.

( Hier der Link, ab 2:04 beginnt die besagte Stelle. )

Irgendwie scheint das Publikum nicht zu reflektieren was da eigentlich gesagt wird, denn sonst hätte es nicht applaudiert, sondern verwundert geguckt.

Zunächst stellt die Aussage eine plumpe Gegenüberstellung dar. Er stellt die islamische Zivilisation als geistlos dar, indem er sie materiell und oberflächlich beschreibt, also durch das „Ding“ Moschee und den Anblick verschleierter Frauen. Dieser angeblich geistlosen Zivilisation wird der deutsche Schöngeist entgegengesetzt. Es werden also Äpfel mit Birnen verglichen. Solche plumpen Vergleiche kann man zwischen allen Kulturen machen, z.B. könnten Chinesen ihre Philosophen mit der deutschen Bratwurst vergleichen, das wäre in etwa auf dem selben Niveau.

Dem Zuhörer sollte sich auch die Frage stellen ob ein Deutschland Goethes, Schillers, etc. derzeitige Realität ist? Die erwähnten Künstler sind seit über 150 Jahren tot. Und selbst deutsche Abiturienten sind sicherlich nicht mit dem Schaffen eines jeden einzelnen Künstlers vertraut. Es wird versucht ein Mythos zu schaffen, der sich beim näheren Hinsehen als haltlos entpuppt. Denn wenn man sich umschaut, so leben wir doch in dem Deutschland Bohlens, Inka Bauses („Bauer sucht Frau“) und Bayern Münchens.

Kleines Schwein

Es sind arme Schweine die auf den Schweinepriester reinfallen

Besonders dankbar kann man für die Erwähnung Goethes sein. Goethes West-östlicher Diwan ist ein hervorragendes Werk, das den Respekt und die Bewunderung gegenüber einer anderen Kultur, in diesem Fall der islamischen Welt, zum Ausdruck bringt. Es zeigt wie tolerant unsere Vordenker von einst waren und daß der geistig verwilderte Gerd mit Goethe überhaupt nicht vertraut ist. Ebenfalls gibt es die Meinung, daß Nietzsche den Islam gegenüber dem Christentum favorisiert hat, was natürlich die Frage aufwirft wie Atheisten dazu stehen, wenn man Deutschland als christliches Land bezeichnet.

Ein weiteres Beispiel gegen Wilders Einstellung findet sich Lessings Nathan der Weise. Hätte Wilders das Buch gelesen oder das Drama im Theater gesehen, dann wüßte er, daß seine Hetze Lessings Vorstellung von dem Miteinander der drei abrahamitischen Religionen widerspricht.

Ein derart sinnloses Verhalten bringt einen auf die Idee eine Bewegung zu gründen wie John Stewart oder eine Gegenpartei zu solchen Deppen und sie Die Vernunft zu nennen. Man würde dann die Führungspersönlichkeit referieren hören:

Ein Deutschland voller Sarrazinhooligans und depperten Geert Wilders Zeloten ist nicht mehr – meine Freunde – ist nicht mehr das Deutschland Goethes, Nietzsches und Lessings, Keplers, Negts und Kants.

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Übrigens

Rückkehr des Blockwarts

  • Du bist Schüler in Deutschland mit türkischem Namen
  • Im Fach Ethik schreibst du über Küng’s Stiftung Weltethos: „Das Weltethos kommt zu spät, man hat die Menschen bisher zu frei leben lassen, als dass sie jetzt ein solches Regelwerk anerkennen würden. Außerdem kann man einem Christen nicht plötzlich vorschreiben, Teile der islamischen Werte anzuerkennen“
  • Deine Lehrerin zeigt dich anonym (ohne vorheriges persönliches Gespräch oder Rückfrage) bei der Polizei an: Verdacht auf Mitgliedschaft in einer islamistisch-terroristischen Vereinigung
  • Deine Mitmenschen, hier Mitschüler, die du jeden Tag siehst, beschimpfen dich mit „Terrorist“ und „Osama“; du verlässt die Schule
  • Die Lehrerin entschuldigt sich nicht und bleibt an derselben Schule auf demselben Posten

Deutschland: Dummheit, Hinterlist, Feigheit, Verachtung! Nix gelernt, gar nix gelernt. Glück gehabt, dass dieser Celik seiner Schule nicht nochmal einen späteren Besuch im Steinhäuser-Stil abgestattet hat. Schuld sind wie immer Killerspiele und Internetz!

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Technisches

Liebe Katrin Schuster,

glauben Sie nicht, dass mir der nun folgende Verriss Spaß macht, aber ich habe von ihrem Beitrag Finden, nicht suchen einfach Hirnkrebs bekommen und diese Replik wird hoffentlich Läuterung sein. Gerade im netzorientierten freitag, und gerade bei einem Artikel über neue Medienformen so viel (nicht nur technischen) Unsinn in diesem Themenfeld zu verzapfen ist beachtlich. Im Folgenden einzelne Aussagen, kurz kommentiert.

„Das soziale Netzwerk Facebook sticht die Suchmaschine Google aus – aber das ist auch kein Wunder“

Die Frage wäre natürlich, warum das kein Wunder ist. Aus einem einfachen Grund z.B.: sie verlgeichen Äppel mit Birnen. Google und Facebook haben von vornherein komplett unterschiedliche Anwendungsszenarien, nämlich „Suchmaschine“ und „Infotainment“. Im von Ihnen angesprochenen speziellen Bereich des Auffindens von Information greifen die beiden Portale zudem auf strukturell sowie inhaltlich komplett unterschiedliche Datenkorpora zu.

Ein anderer Vergleich, den Sie vornehmen, ist der finanzielle zwischen den jeweiligen Gründern, und zwar so:

„Damit spielt ­Zuckerberg endlich in derselben Liga wie die Google-Gründer Larry Page und Sergej Brin. Doch nicht nur die Kontoauszüge gleichen einander mittler­weile, sondern auch die Nutzerzahlen.“

Sollte das mit den Kontoauszügen ein herrlich naiver Witz sein? Zufällig weiss ich, was auf den Gehaltsschecks von Page und Brin steht: genau 1$ Jahresgehalt. Deren Knete liegt nämlich im Aktiendepot und in Sonderkonditionen beim Aktienerwerb von Google. Auch den „Kontoauszug“ von Zuckerberg scheinen Sie genau zu kennen, hm… gehören Sie etwa zu den wenigen handverlesenen Großinvestoren, die eine super-sondergeheime Abmachung mit Vertraulichkeitsklausel akzeptieren, um Facebooks Geschäftszahlen einsehen zu dürfen? Wo kämen wir auch da hin, wenn das Datenvieh wüsste, wieviel Wert es eigentlich für Marc „I’m CEO… bitch!“ Zuckerberg generiert.

Zudem unterschlagen Sie, dass der Konzern Google zig weitere Geschäftsfelder bearbeitet, von Werbung über Webanwendungen und Hosting bis zu Mobilfunk. Auch die ungeheure Forschungssparte dürfte nicht unter den Tisch fallen, in die so unterschiedliche Projekte wie autonom steuernde Fahrzeuge, alternative Energiequellen und Transportmittel sowie eigene Investition in technologisch orientierte KMU weltweit gehören. Ihre Erwähnung von „Nutzerzahlen“ ist also als Vergleich schlichtweg lächerlich.

„Foto, Video, Audio, Games, Mail: Im Grunde gibt es nichts Digitales mehr, das sich nicht auf ­Facebook erledigen ließe.“

Einfaches Gegenbeispiel: Daten oder die daraus gewonnen Erkenntnisse dauerhaft löschen. Oder veschlüsselte Kommunikation. Im Ernst, wenn Sie die Foto-/Video-/Audio-/Game-Qualität und -funktionen auf Facebook als ausreichend hinstellen, ist das technisch einfach Humbug.

„Das World Wide Web wird größer mit jedem Tag, und dagegen können auch die intelligentesten Algorithmen nichts ausrichten.“

Wie auch? Indem sie von ihrer Turing-Maschine absteigen und übermäßigen Content-ProduzentInnen mit der Motorradkette mal das Halteproblem einprügeln? Ein Größenmaß für das WWW ist mir ebenso unbekannt. Meinen Sie Informationsgehalt, Speicherbedarf, Redundanz, oder was?

„Oft genug nervt die Google-Suche nur noch […] Selbst die erweiterte Suche von Google kann daran wenig ändern, denn auch sie vergleicht am Ende nur Buchstaben miteinander und listet Identitäten auf.“

Dann empfehle ich Ihnen, sich mal die Bedienungsanleitung durchzulesen. Da steht nämlich drin, was die Google-Suchsyntax wirklich so alles kann. Manches davon kann man sogar klicken. Wo die Anleitung ist? Hm, weiss nicht, müsste ich meine Facebook-Freunde fragen.

Im Ernst: Googles „intelligente Algorithmen“ (was ist eigentlich ein intelligenter Algorithmus?) machen ein wenig mehr als Buchstaben vergleichen. Sonst wäre das ja bloße Volltextsuche. Und die gabs schon, als Brin und Page noch in die Windeln gemacht haben. Und was zur Hölle meinen Sie bitte mit „Auflistung von Identitäten“?

„Sie [die Facebook-Freunde, Anm.] werden zu meinen ganz privaten Gatekeepern“

und leiten Ihnen durch, was Sie interessieren könnte; und können das auch besser einschätzen als Zeitung und Fernsehen. Ja, das ist bequem und fein. Aber leider auch ein vollkommen anderes Anwendungsszenario als eine aktive und zielgerichtete Suche und Sichtung von Information zu einem bestimmten Thema. Siehe oben.

Zu Anfang des Beitrags weisen Sie auch darauf hin, wieviel Investorenknete und welche Akquisen Facebook kürzlich so an Land gezogen hat, und wie es für den Börsengang fit gemacht wird. Dazu ein Zitat von Sergey Brin: „When it’s too easy to get money, then you get a lot of noise mixed in with the real innovation and entrepreneurship.“

Und hier sehe ich den Haken: Facebook ist ein extremer Hype, eine Blase. Welche Innovation kann es auf mittlere Sicht produzieren? Momentan sehe ich nur die Möglichkeit, das bestehende Infotainment-Angebot zu perfektionieren oder minimal auszubauen, auf möglichst viele Endgeräte zu bringen und so möglichst viele Nutzer zu binden. Das eigentliche Kapital sind nämlich, wie Sie angesprochen haben, die „wertvollen Daten über Interessen und Vorlieben von Millionen ­Menschen“. Das Netz ist aber schnelllebig, und wenn in absehbarer Zeit eine technisch bessere soziale Plattform entsteht, oder eine, die ihre Benutzer nicht so respektlos behandelt, ist man schnell bei einer virtuellen Völkerwanderung. Die können sich nämlich fast so schnell zurückziehen wie (virtuelle) Anlegerkohle.

Wenn Sie zudem etwas über die tatkräftige finanzielle Mitwirkung der US-Geheimdienste beim Aufbau von Facebook nachlesen wollen, können Sie gerne ausgehend von einem unserer älteren Artikel selbst recherchieren. Und sich dann überlegen, mit wievielen Tausend Umdrehungung pro Nanosekunde Erich Mielke und Gestapo-Himmler im Grab rotieren, dass Sie diese ganzen Informationen nicht auch einfach frei Haus bekommen haben.

Ein bisschen weniger Jubelperserei hätte ihrem Beitrag sehr gut getan. Als Fazit aus diesem kann ich nur festhalten, dass Sie sich subjektiv beim Benutzen von Facebook irgendwie kuscheliger fühlen als beim Bedienen von Google. Diese Information hat für mich in etwa den selben Wert wie… Moment… der Klick auf einen „Gefällt mir!“-Button.

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Übrigens

Schweinshaxe

Was, was soll Freiheit sein, als fettes Grinsen von oben?

„Wohl gibt es keine Knechtschaft,
aus welcher ihr euch befreit,
mit der Zeit,
bevor sie euch das Genick bricht!“,
lacht es da, lacht es da,
und erstickt an einer fetten Schweinshaxe.

Es ist Revolution, Revolution!

(Krankheit der Jugend)

Mit einem Jahr auf diesem Blog geht notwendigerweise einher, dass man hier angesprochene Themen auch im Privaten „aufs Trapez“ bringt. Meist sind das Unterhaltungen bei denen am Ende kein Konsens steht, keine Entscheidung, sondern die Gesprächspartner im besten Fall ihren jeweiligen Horizont etwas erweitert haben. Oder neugierig geworden sind. Was auch immer.

Dasselbe gilt für sog. Expertenthemen, wie bei mir beispielsweise IT und IT-Sicherheit. Auch hier könnte Neugierde entstehen, einfach deshalb, weil einen dieser Bereich immer häufiger im Leben berührt. Dass man sich über die Natur digitaler Daten bewusst werden muss, wenn man am laufenden Band welche produziert, und bisweilen willkürliche oder gar bösartige Nutzung dieser Daten ganz reale Auswirkungen auf das persönliche Leben haben können.

Nun, die häufigsten Reaktionen sind dennoch Unverständnis, Abgeklärtheit, vereinzelt blöde Witze. Und das nicht, weil ich missionieren gehe und den Leuten den Kram aufs Auge drücke. Dass diese Themen einfach vorkommen ist deshalb, weil sie relevanter für mein Leben sind als der Werdegang von Justin Bieber, die Vier-Schanzen-Tournee, Cosplay-Verkleidungtipps oder wer mit wem gefickt hat, fickt, oder vielleicht noch ficken wird.

Leute erwarten, dass ihre Daten bei facebook geschützt, ihr Online-Banking sicher, die E-Mail zuverlässig usw. ist, und haben oft nicht einmal die Muße, sich die drei oder vier Anwendungen, die sie regelmäßig benutzen, genau anzugucken. Oder gar irgendwelche IT-Konzepte zu verstehen. Und sind perplex wenn man ihnen erklärt, dass es sowas wie Data Mining gibt.

Leute erwarten, dass sie in ihrem Job fair bezahlt werden, dass irgendeine Kasse Geld bezahlt, wenn sie alt oder krank werden, dass das, was sie sich erarbeitet haben, bleibt. Und keiner hat Lust, sich anzuschauen, was Geld ist, wie Geld geschöpft wird, wie unser aktuelles Geldsystem funktioniert.

Leute erwarten, dass sie (sofern es sich nicht um Luxusklassegüter handelt) das meiste sofort irgendwie, irgendwo kaufen oder konsumieren zu können. Und keiner mag sehen, dass dies eine Infrastruktur genau solcher globaler Megakonzerne erfordert, deren Agenda Renditemaximierung ist, die notwendigerweise zu stärkeren politischen Akteuren werden als es der „mündige Konsument“ je sein könnte.

Leute erwarten, dass das Leben irgendwie doch einen Sinn haben müsse; spüren, dass die Welt mehr als zufällig dahingepatschte Materie ist. Aber trauen sich nicht, auf die Suche zu gehen. Denn Spiritualität, Glaube, Religion, Esoterik ist ja nur für Spinner. Und Konsequenzen daraus könnten durchaus sein, dass man Verantwortung für sich und andere trägt. Schrecklich!

Leute erwarten Demokratie und Rechtstaatlichkeit und gucken dabei dem Berliner Possenspiel zu. Kommentieren, wie schön die ein oder andere Marionette sich bewegt oder gekleidet ist und fragen nicht nach den Fäden, die sie führen. Und erkennen nicht, wenn sich womöglich wirklich ein couragierter Demokrat zwischen all diesen Kaspern bewegt.

Leute erwarten, die Welt erklärt zu bekommen, und lassen sich dabei manipulieren von Bild, BamS, Glotze und Sarrazin. Und kommen nicht auf die Idee, selbst zu suchen, wenn die angebotenen Erklärungen hanebüchen bis menschenverachtend daherkommen; obwohl sie doch spüren, dass es das nicht sein kann.

Ein absoluter Lesebefehl hierzu ist nichts geringeres als 10 Punkte zur Rettung der Welt. Dass dieser subversive Aufruf ausgerechnet in der FAZ erscheint, sollte zu denken geben. Eine demokratische Gesellschaft ist eben aber ohne Demokraten nicht zu machen. Sehr schön beschrieben hier bei flatter: Schaffen wir sie doch ab!

Leute, die mit all dem oben beschriebenen Zwiedenk kein Problem haben, die sich in ihrer selbstverschuldeten Unmündigkeit behaglich einrichten und den inneren Zensor zuschnappen lassen, wann immer der antrainierte Reflex es gebietet, möchte ich zum Schluss ein Zitat von Erich Fromm mitgeben:

Der Mensch wird beeinflusst von […] der Struktur der Gesellschaft, in der er lebt; die eine Tendenz hat: nämlich seine psychischen Energien so zu gestalten, dass der Mensch das gerne tut, was er tun muss, damit diese Gesellschaft in ihrer speziellen Form existieren kann.

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