Technisches

The Beginning is the End is the Beginning

Vor etwa zwanzig Jahren wurden auf Schulhöfen Disketten mit Computerspielen getauscht und Musik wurde von CDs auf Kassetten kopiert. Einige Jahre später waren Lieder als MP3s auf Webseiten im WWW erhältlich und auf LAN-Parties wurden Filme getauscht, da die Bandbreite dies erlaubte. Später kamen dann Tauschbörsen hinzu -damals war Napster die Tauschbörse schlechthin-, die es erlaubten mit anderen Nutzern global Musik zu tauschen. Durch höhere Bandbreiten wurde auch der Tausch von Filmen und Spielen möglich.

Diskette

Tatwaffe


Die Beispiele illustrieren die rasante Zunahme sowohl des Datenvolumens, als auch der Anzahl potenzieller Tauscher, die durch den technischen Fortschritt ermöglicht wurde. Das Prinzip des Tauschens ist noch dasselbe, nur die Mittel haben sich geändert.

Interessant ist, daß seit etwa zehn Jahren die Politik auf diese Situation nicht reagiert und Bürger weiterhin kriminalisiert werden! Das soll keine Werbung für die Piratenpartei sein, sondern eher ein Aufruf dazu sein, daß sich die größeren Parteien diesem Thema widmen.

Es ist Zeit das das Urheberrecht zu reformieren und dabei dem Interesse der Allgemeinheit zu folgen, statt dem Interesse einiger blutsaugenden Rechtsanwälte, die nichts zu der Gesellschaft beizutragen haben. Es gibt doch schon die GEZ und die GEMA, warum wird ihre Funktion nicht geändert und einfach ein Informationsbeitrag erhoben und dem Bürger so das Recht gegeben sich legal Informationen zu beschaffen?

Das Argument des Mehraufwandes eines neuen Systems kann wohl nicht gelten, wenn man den Aufwand des jetzigen Zustandes beachtet: das Suchen nach Urheberrechtsbrechern, das Loggen von IPs, die Abmahnungen, die Anwaltskosten, die Prozesse, etc.
The Pirate Bay Logo
Ebenfalls gezeigt haben die Jahre, daß sich der Datentausch nicht stoppen läßt. Die Nachfolger Napsters haben einfach keine Client-Server-Systeme mehr benutzt. The Pirate Bay wollte den Mikrostaat Sealand kaufen, um so außerhalb der Gerichtsbarkeit irgendwelcher Staaten zu stehen. Die Kaufverhandlungen sind allerdings gescheitert. Neuerdings macht das Gerücht die Runde, daß The Pirate Bay einen Satelliten ins All schicken würde, um so ebenfalls in einem rechtsfreien Raum operieren zu können.

Kostengünstiger, wenn auch zunächst an eine kleinere Zielgruppe gerichtet ist das sogenannte Dead Drops Projekt. Hierbei werden USB-Sticks in öffentlich zugängliche Aussenwände verputzt, damit Leute mit ihren mobilen Rechnern vor Ort Daten ablegen oder abrufen können. Der Erfinder der Idee bezeichnet es als „offline, peer to peer file-sharing network in public space“. Dieses Prinzip ließe sich durch das WWW noch verbessern, indem Nutzer in einem sozialen Netzwerk untereinander Wünsche oder Angebote äußern können, um so dem ganzen mehr Dynamik zu verschaffen. Außerdem wäre es wünschenswert, wenn einige Gemeinden in Deutschland öffentliche Sticks offiziell zur Verfügung stellen würden.

Wir sind also wieder auf dem Schulhof.

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Übrigens

Cash-Out

Liebe/r/s Lesende, Leser, Leserinnnen und -_innen,

mir kommt es so vor, als würde momentan ein großer Cash-Out stattfinden, von staatlichen wie privaten Stellen. Möchte man schnell noch die Hand in die Tasche des Nächsten stecken, so tief es geht, solang es noch geht? Was ist hier los? Wer hat eine Verschwörungstheorie?

Allein im privaten Umfeld habe ich der letzten Zeit vier Abmahnungen, zwei Online-Abo-Abzockversuche und eine saftige Lastenaugleichsrückerstattung mitbekommen. Letzterer Anspruch wird wohlgemerkt an den Erbeserben(!) desjenigen gestellt, für dessen Eigentum Lastenausgleich bezahlt wurde, und zwar inkl. Zinsen(!!). Zudem sind von den vier Abmahnungen nur zwei gerechtfertigt, die beiden Online-Abos halten rechtlich ebenfalls nicht stand. Tortzdem kann über das Prinzip der Störerhaftung der Anschlussinhaber, zumindest theoretisch, abkassiert werden. Vielen Dank, deutscher Verbaucherschutz!

Als absolutes Sahnehäubchen sehe ich heute dieses hier: Schnitzel zu groß — Finanzamt spricht von ‚Steuerhinterziehung‘. Money Quote:

So gibt das Finanzamt beispielsweise vor, dass ein Schnitzel Hawaii nur 165 Gramm wiegen und nur eine Scheibe Ananas und keinen Käse haben dürfe. Kaltscheuers Schnitzel dagegen wiegt 200 bis 230 Gramm, hat zwei Scheiben Ananas und ist mit Käse überbacken. […] In Zahlen ausgedrückt: Kaltscheuer soll 38.000 Euro nachzahlen.

Wenn das mal nicht ausgewürfelt ist auf seriösen Berechnungsgrundlagen beruht! BTW: wusste gar nicht, dass das Finanzamt Schnitzelrichtlinien kennt… Im Ernst, bei solcherlei totalitärem Klassenkampf von oben und dem diktatorisch-technokratischen Einsatz der Bürokratie brauchen sich alle Sarrazin-Adepten nicht zu wundern wenn Deutschland tatsächlich verdummt bzw. „sich abschafft“. Weil diejenigen, die Knete haben, diese aus guten Gründen lieber in der Schweiz parken. Und diejenigen, die Hirn haben, sich lieber selbst ausschaffen, als abgeschafft zu werden.

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Propaganda, Schmarotzertum, Technisches

Töte Agent Smith!

Man muß nicht unbedingt Neo sein, wenn man Agent Smith etwas entgegensetzen will. Agent Smith ist nicht nur für Abu Ghraib verantwortlich oder läßt Khaled al-Masri verschleppen und unterhält Foltergefängnisse verteilt auf der Welt, er treibt auch in Deutschland sein Unwesen. Deutsche Internetanbieter geben großzügig IP-Adressen ihrer Nutzer aus, wie diese Statistik zeigt (Seite 18). Die IP-Adressen werden dabei an Anwaltskanzleien weitergegeben, die im Abmahnwahn mitmachen. Wie in Foren zu lesen ist, trifft es häufig Schüler und Hartz IV-Empfänger. Das ist ganz logisch, da diese Gruppen nicht über nennenswerte finanzielle Liquidität verfügen und so Geld sparen wollen. Wie im Film, sind Menschen die Energiequelle, in dem Fall Geld, für ein unmenschliches System – die Abziehanwälte. Als Nutzer kann man nur darauf warten, daß endlich mal eine Entscheidung gemacht wird, wie vor einiger Zeit bezüglich sogenannter Dialern. Es bleibt nichts anderes übrig außer sich zu wundern warum die Politik gegenüber dieser Schicht von parasitären Winkeladvokaten untätig bleibt, sie nicht an den Pranger stellt und stattdessen angebliche Faulheit von Hartz IV-Empfängern zum Thema macht. Es ist fraglich welchen Mehrwert so eine Abmahnpraxis für die deutsche Gesellschaft hat und warum Politiker wie Guido Westerwelle nicht Jobs schaffen anstatt sich über Arbeitslose aufzuregen. Um dem Unsinn Einhalt zu gebieten rate ich jedem bei der Wahl eines Internetproviders die Finger von 1&1, T-Com, Congstar und anderen Anbieter, die das Telekomnetz nutzen, zu lassen, da sie besonders willig sind die Nutzerdaten herauszugeben wie die Statistik zeigt.

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