Big Brother, Web

WTF? LOL!

Es waren einmal CDU-Politiker. Diese lebten isoliert von der Menschheit in Sphären, die insbesondere aus Zusammenkünften bestanden wo der Eindruck entstehen sollte es würde gearbeitet und daß dies mit großem Hintergrundwissen geschehe. Die Sphären sorgten auch dafür, daß sie nichts mit der Allgemeinheit zu tun hatten und ihre Zustimmung bei der Bevölkerung zunehmend sank. Um ihre Existenz in den Sphären zu sichern, mußten sie der Bevölkerung Angst einjagen und sich als Schützer ihrer Freiheit darstellen, auch wenn sie das genaue Gegenteil taten.

Ein Bericht aus so einer Sphäre schaffte es im Jahre des Herrn 2010 im Monat November an die Öffentlichkeit. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Axel E. Fischer forderte ein Verbot von Nicknames im Internet. Die Undurchlässigkeit der Sphären wird besonders daran deutlich, daß besagter Politiker seiner Zeit Vorsitzender der Enquete-Kommission des Bundestages zu den Themen Internet und digitale Gesellschaft war und damit eigentlich von seinem Ressort Ahnung gehabt haben sollte.

Dazu passend der Vorschlag für die Saalwette der im im darauffolgenden Monat Dezember stattfindenden „Wetten, daß ..?“ Sendung in Düsseldorf: Wetten, daß es nicht gelingt, 10 CDU Mitglieder auf die Bühne zu bringen die erklären können was LOL, ROFL und WTF bedeuten und gleichzeitig im Internet stets ihren Klarnamen benutzen?

Ebenfalls aus dem Wunderland entspringt die letzte Meldung, daß der Abmahnwahn mit einer weiteren furiosen Welle um sich schlägt. Die Meldung, daß facebook Nutzer abgemahnt werden sollen die Zeichentrickfiguren als Profilphoto genommen haben, macht die Runde.

Photo des Reichstagsbrandes

Der fingierte Reichstagsbrand 1933


Wie lange wird das so weitergehen? Die Politiker, die vorwiegend aus der Kaste der Rechtsverdreher stammen, sind wohl nicht an einer Lösung des Problems interessiert – warum auch? Wenn es mit der Politik nicht klappt, können sie die Bürger wieder schröpfen, diesmal als Abmahnanwälte. Die anderen Profiteure sind die Rechteinhaber, also die Medien, und mit denen verscherzt man es sich als Politiker nicht, wenn man gute Presse haben will. Außerdem, wen interessiert der Pöbel? Hoffen wir mal, daß die für dieses Jahr für den Berliner Reichstag angekündigte Guy Fawkes Night klappt, das Berliner Regime beendet und es einen erfolgreichen Neustart für unseren Staat gibt.

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Krieg ist Frieden, Propaganda

Wasser predigen, Wein trinken

Einen Satz den man ständig von der Bundeskanzlerin hört, ist: „Wir müssen uns zusammen an einen Tisch setzen und miteinander reden“. Jetzt ist ein weiterer dazugekommen: „Wer in Deutschland lebt, muß sich verfassungskonform verhalten“.

Beide Sätze sind wahr und sollten sich eigentlich von selbst verstehen. Dumm nur, wenn man von anderen etwas einfordert, das man selber nicht einhält. Es gab gerade in den letzten Wochen Beispiele aus dem schwarz-gelben Regime und seines Umfeldes die darauf schließen lassen, daß es mit ihrem Demokratieverständnis nicht sehr weit her ist. So äußerten Westerwelle und Merkel ihr Unverständnis über die Stuttgart21 Proteste. Daß die Proteste eine verfassungsrechtliche Grundlage haben, nämlich Artikel 8 GG und somit eigentlich zur deutschen Normalität gehören sollten, dahinter scheint niemand zu stehen. Baden-Württembergs Provinzfürst Mappus bewunderte gar wie sich reibungslos Großprojekte in Diktaturen wie Saudi Arabien und Katar umsetzen ließen – von seiner demokratischen Grundüberzeugung, die inkompatibel mit den dortigen Regierungsformen ist, war nicht die Rede.

Ein weiteres Beispiel war der Vorschlag Merkels Defizitsündern das Stimmrecht im EU-Ministerrat zu entziehen. Wenn man das Grundgesetz als Leitfaden für sein Handeln nimmt, so ist in Artikel 38 GG von gleicher Wahl die Rede. Ein Stimmrecht das auf Vermögensverhältnisse begründet ist, hat in einer modernen Demokratie nichts zu suchen. Das erinnert an das antike Griechenland in dem Sklaven nicht an der Demokratie teilhaben konnten und auch an die Zeit nach dem amerikanischem Bürgerkrieg in der ehemaligen Sklaven die Anteilnahme an der Demokratie praktisch unmöglich gemacht wurde, in dem Besitz als Grundvoraussetzung für die Erlangung des Stimmrechts gemacht wurde. Merkels Vorschlag kommt somit aus einer reaktionären und undemokratischen Ecke.

Diesem Trend muß entgegengesteuert werden, indem den Bürgern bei fundamentalen Fragen wie Kriegseinsätzen mehr Mitspracherecht gegeben werden muß. Thomas Jefferson schrieb in Notes on the State of Virginia :

„Every government degenerates when trusted to the rulers of the people alone. The people themselves therefore are its only safe depositories.“

Wir brauchen also mehr Kontrollinstanzen der Politiker und mehr Mitspracherecht. Die Schwaben handeln korrekt und in der Tradition eines Henry David Thoreaus indem sie sich gegen die Regierung stellen. Schade, daß das nicht für Restdeutschland zutrifft.

Voraussetzung für eine politische Demokratisierung ist die Demokratisierung von Meinungen. Mit dem Internet fällt das Meinungsbildungsmonopol der klassischen Medien. Problematisch bleibt der Bereich der Filme, aber mal sehen, ob es in Zukunft nicht auch da Bewegung gibt, z.B. durch günstige computergenerierte Darsteller und Szenarien. Ebenfalls im Rahmen von Stuttgart21 fiel auf, daß der regimenahe Sender ARD auf der Webseite http://www.tagesschau.de, den Deutschen klar machen wollte, daß die Stuttgarter spinnen, schließlich feiert man in Wien den Neubau eines Bahnhofs.

Noch ein kleiner Scherz am Rande. Wenn wir zulassen wie Deutschland undemokratischer wird, dann wird sich einiges ändern. Die Integration von Ausländern würde dann so aussehen (man achte auf das Zeichen auf seiner Brust):

Chinesischer Nazi

Modellimmigrant


Nein, das ist kein Photo aus Philipp Röslers Bundeswehrzeit.

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Schmarotzertum, Wirtschaft

Im Netz der Spinne(r)

Geld regiert bekanntlich die Welt, wie auch Verbindungen der Wirtschaft mit der Politik zeigen. Aber wer regiert eigentlich das Geld?

Ich fand den Beitrag von „Erwin Pelzig“ zu dem Thema sehr hilfreich. Es wird illustriert wie elf Männer in den höchsten Chefetagen der deutschen Wirtschaft miteinander verbunden sind.

Die elf Männer sind:

  • Josef Ackermann: Deutsche Bank, Siemens, Bayer, Lufthansa
  • Michael Diekmann: Allianz, BASF, Siemens, Lufthansa
  • Clemens Börsig: Daimler, Lufthansa
  • Jürgen Strube: Allianz, Bertelsmann, BASF
  • Wulf Bernotat: E.ON, Allianz, Bertelsmann
  • Ulrich Hartmann: E.ON, Lufthansa
  • Henning Schulte-Noelle: Allianz, E.ON, Thyssen-Krupp
  • Werner Wenning: E.ON, Bayer, Deutsche Bank
  • Jürgen Weber: Lufthansa, Bayer, Allianz
  • Gerhard Cromme: Allianz, E.ON, Siemens, Thyssen-Krupp, Lufthansa
  • Jürgen Hambrecht: Lufthansa, Daimler, BASF

Korrekterweise haben Betrachter des Videos angemerkt, daß es etwas seltsam ist, wenn Menschen Jobs in drei Firmen haben, weil es zeitlich nicht machbar ist. Hier dürften ähnliche Überlegungen wie auch bezüglich Nebengehälter von Politikern gelten: Rein zeitlich können sie ihre Arbeit gar nicht gut machen und sind deswegen ihr Geld nicht wert, d.h. jemand anders -vielleicht jemand ohne Arbeit?- sollte ihre Arbeit übernehmen und sie ordentlich machen. Wahrscheinlich geht es bei den Engagements aber nicht um deutsche Tugenden wie ordentlicher Arbeit, sondern eben um ein Netz zu schaffen bei dem es Aussenstehende schwer haben sich einzumischen.

Mir ist bei der Präsentation Pelzigs aufgefallen, daß er die eine oder andere Verbindung nicht aufgezählt hat, was bei der Menge an Verbindungen verständlich ist. Außerdem mißfiel dem Nerd in mir, daß er das Netz als gerichteten Graphen gezeichnet hat. Aufgrund der beiden Mankos habe ich mich entschlossen, das Netz nachzuzeichnen. Einige Verstrickungen wie Ackermanns Tätigkeit in der Lufthansa sind wahrscheinlich nicht mehr aktuell, diese sind in gestrichelten Linien dargestellt. Hier offenbart sich noch ein anderes Problem: die Entwicklung solcher Netze über Zeiträume.

Zeigt Verbindungen der wichtigsten Männer in der Wirtschaft an

Die Verbindungen der elf Klone (Zur Vergrößerung auf die Grafik clicken)

Noch ein paar technische Randbemerkungen zur Erstellung der Grafik. Mehrfache Verbindungen zwischen zwei Männern, wie beispielsweise zwischen Gerhard Cromme und Henning Schulte-Noelle, sind beabsichtigt, damit der Betrachter weiß wie oft die Herren sich in Meetings über den Weg laufen. Besonders künstlerisch wertvoll ist die Grafik nicht, was daran liegt, daß ich sie automatisch mit Graphviz erstellt habe. Ich wollte die Grafik erst selber mit dem Tool yEd erstellen, was sich als zu mühsam erwies, um es per Hand zu zeichnen – bei 64 Verbindungen sollte das nachvollziehbar sein.

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Bananenrepublik, Sozialpolitik

10.000 Euro nebenbei verdienen!

Das erinnert an dubiose Anzeigen in der Zeitung, hat aber einen Wahrheitsgehalt.

Für einige Leute scheint das leichter zu sein als für den gewöhnlichen Bürger. Wie machen die das nur? Und: Kann ich das auch?

Gemeint sind unsere Bundestagsabgeordneten. Die Webseite nebeneinkuenfte-bundestag.de liefert dem Besucher interessante Zahlen über die Nebenverdienste der Politiker. Dabei gibt es zwischen den damals regierenden Volksparteien CDU und SPD kaum nennenswerte Unterschiede (12.715€ / 11.558€). Positive Ausnahme sind die Grünen mit einem durchschnittlichen Nebeneinkommen von 56 € (Anmerkung: Ich sage das objektiverweise als jemand der noch nie grün gewählt hat).

Sicherlich läßt sich streiten, ob Nebeneinkommen, die sich Politiker durch Anwaltstätigkeit verdienen genauso zu bemessen sind wie Einnahmen in Firmenvorständen. Sicherlich ist letzteres verwerflich, da ich nicht davon ausgehen würde, daß so ein Politiker neutral bei seinen Entscheidungen vorgeht. Dies wiederum läßt die Frage zu ob die Macht wirklich vom Volke kommt, wie es der Name DEMOkratie uns weismachen will, oder ob nicht der Begriff Econokratie, also daß die Macht von der Ökonomie, also der Wirtschaft kommt, eher paßt. Meiner subjektiven Einschätzung nach, scheint das Gros der Nebeneinkünfte vor allem aus der Wirtschaft zu kommen. Walter Riester als Topverdiener hat fast alle Versicherungen und Banken Deutschlands als Geldgeber. Econokratie ist übrigens meine Wortschöpfung, ein Wort für eine solche Staatsform scheint es nicht zu geben. In der Geschichte scheint eine Staatsform Ähnlichkeiten mit meiner Vorstellung zu haben: die Grundherrschaft.

Es stellt sich noch die Frage wie man nebenbei zu soviel Geld kommt. Wenn ich 10.000 Euro verdiene, arbeite ich entweder sehr hart für mein Geld oder ich bekomme eine Vergütung die gemessen an meiner Tätigkeit exorbitant hoch ist. Beide Möglichkeiten lassen unsere Politiker in einem sehr schlechten Licht erscheinen. Entweder arbeiten sie sehr hart für das Geld, was bedeutet, daß sie ihre Arbeitskraft nicht voll und ganz ihrem eigentlichen Job widmen, nämlich unsere Volksverteter zu sein – eigentlich ein Full-Time-Job will man meinen. Die andere Möglichkeit, daß sie übertrieben hohe Entgelte bekommen, erscheint zu Zeiten wo viele Menschen von wenig Geld leben müssen, gerade zu höhnisch.

Eine geeignete Lösung wie man eine bessere Regierung und weniger Arbeitslose bekommen würde, scheint sehr einfach zu sein: Verbietet Nebeneinkünfte für Politiker! Sie können von den Diäten und anderen Annehmlichkeiten wie Dienstwagen sehr gut leben. Außerdem verlieren sie ihre Bindung zur Wirtschaft und können so ihre Aufgabe als Volksvertreter objektiver wahrnehmen.
Wenn dies durchgesetzt werden würde, könnten dann Aufgaben wie z.B. die ordentlich entlohnte Mitgliedschaft in einem Kuratorium von einem Arbeitslosen übernommen werden. Dann hätte man einen Arbeitslosen weniger und die Kosten ihn zu unterstützen würden wegfallen. Man hätte Leute die sich nur auf ihren Job konzentrieren und ihn damit besser machen sollten. Und wir hätten eine gleichmäßigere Verteilung des Wohlstandes.

Wie klingt das, liebe Sozialdemokratische Partei Deutschlands?

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