Naher Osten, Propaganda

Israelische Mythen – Teil 1: Demokratie

„Vee are zee only demokracy in ze middel east“ Random Israeli

Wirklich? Im Libanon wird gewählt, auch in der Türkei wird gewählt. Anscheinend wird sogar in Afghanistan und in dem Irak gewählt. Und auch im Iran wird gewählt; wir erinnern uns daran als die Zeitungen voll von der iranischen Wahl waren und weniger zögerlich mit der Kritik gegenüber den Machthabern umgegangen wurde als jetzt hinsichtlich Ägypten.

Nicht nur ist die oben genannte Aussage falsch, sie täuscht auch vor, daß Israel Interesse an einer Demokratisierung des nahen Ostens hätte, was es aber augenscheinlich nicht hat – siehe Link.

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Nassbirniges, Propaganda

Die Hetzer – Teil 1: Der geistig verwilderte Gerd

Hier ein kurzes Zitat des seltsamen, sogenannten Islamkritikers (Berlinsprech für Islamhetzer) Geert Wilders aus einem Video über seinen Berlinbesuch:

Geert Wilders: Ein Deutschland voller Moscheen und verschleierter Frauen ist nicht mehr – meine Freunde – ist nicht mehr das Deutschland Goethes, Schiller und Heines, Bachs und Mendelssohns.
Das Publikum applaudiert.

( Hier der Link, ab 2:04 beginnt die besagte Stelle. )

Irgendwie scheint das Publikum nicht zu reflektieren was da eigentlich gesagt wird, denn sonst hätte es nicht applaudiert, sondern verwundert geguckt.

Zunächst stellt die Aussage eine plumpe Gegenüberstellung dar. Er stellt die islamische Zivilisation als geistlos dar, indem er sie materiell und oberflächlich beschreibt, also durch das „Ding“ Moschee und den Anblick verschleierter Frauen. Dieser angeblich geistlosen Zivilisation wird der deutsche Schöngeist entgegengesetzt. Es werden also Äpfel mit Birnen verglichen. Solche plumpen Vergleiche kann man zwischen allen Kulturen machen, z.B. könnten Chinesen ihre Philosophen mit der deutschen Bratwurst vergleichen, das wäre in etwa auf dem selben Niveau.

Dem Zuhörer sollte sich auch die Frage stellen ob ein Deutschland Goethes, Schillers, etc. derzeitige Realität ist? Die erwähnten Künstler sind seit über 150 Jahren tot. Und selbst deutsche Abiturienten sind sicherlich nicht mit dem Schaffen eines jeden einzelnen Künstlers vertraut. Es wird versucht ein Mythos zu schaffen, der sich beim näheren Hinsehen als haltlos entpuppt. Denn wenn man sich umschaut, so leben wir doch in dem Deutschland Bohlens, Inka Bauses („Bauer sucht Frau“) und Bayern Münchens.

Kleines Schwein

Es sind arme Schweine die auf den Schweinepriester reinfallen

Besonders dankbar kann man für die Erwähnung Goethes sein. Goethes West-östlicher Diwan ist ein hervorragendes Werk, das den Respekt und die Bewunderung gegenüber einer anderen Kultur, in diesem Fall der islamischen Welt, zum Ausdruck bringt. Es zeigt wie tolerant unsere Vordenker von einst waren und daß der geistig verwilderte Gerd mit Goethe überhaupt nicht vertraut ist. Ebenfalls gibt es die Meinung, daß Nietzsche den Islam gegenüber dem Christentum favorisiert hat, was natürlich die Frage aufwirft wie Atheisten dazu stehen, wenn man Deutschland als christliches Land bezeichnet.

Ein weiteres Beispiel gegen Wilders Einstellung findet sich Lessings Nathan der Weise. Hätte Wilders das Buch gelesen oder das Drama im Theater gesehen, dann wüßte er, daß seine Hetze Lessings Vorstellung von dem Miteinander der drei abrahamitischen Religionen widerspricht.

Ein derart sinnloses Verhalten bringt einen auf die Idee eine Bewegung zu gründen wie John Stewart oder eine Gegenpartei zu solchen Deppen und sie Die Vernunft zu nennen. Man würde dann die Führungspersönlichkeit referieren hören:

Ein Deutschland voller Sarrazinhooligans und depperten Geert Wilders Zeloten ist nicht mehr – meine Freunde – ist nicht mehr das Deutschland Goethes, Nietzsches und Lessings, Keplers, Negts und Kants.

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Big Brother, Web

WTF? LOL!

Es waren einmal CDU-Politiker. Diese lebten isoliert von der Menschheit in Sphären, die insbesondere aus Zusammenkünften bestanden wo der Eindruck entstehen sollte es würde gearbeitet und daß dies mit großem Hintergrundwissen geschehe. Die Sphären sorgten auch dafür, daß sie nichts mit der Allgemeinheit zu tun hatten und ihre Zustimmung bei der Bevölkerung zunehmend sank. Um ihre Existenz in den Sphären zu sichern, mußten sie der Bevölkerung Angst einjagen und sich als Schützer ihrer Freiheit darstellen, auch wenn sie das genaue Gegenteil taten.

Ein Bericht aus so einer Sphäre schaffte es im Jahre des Herrn 2010 im Monat November an die Öffentlichkeit. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Axel E. Fischer forderte ein Verbot von Nicknames im Internet. Die Undurchlässigkeit der Sphären wird besonders daran deutlich, daß besagter Politiker seiner Zeit Vorsitzender der Enquete-Kommission des Bundestages zu den Themen Internet und digitale Gesellschaft war und damit eigentlich von seinem Ressort Ahnung gehabt haben sollte.

Dazu passend der Vorschlag für die Saalwette der im im darauffolgenden Monat Dezember stattfindenden „Wetten, daß ..?“ Sendung in Düsseldorf: Wetten, daß es nicht gelingt, 10 CDU Mitglieder auf die Bühne zu bringen die erklären können was LOL, ROFL und WTF bedeuten und gleichzeitig im Internet stets ihren Klarnamen benutzen?

Ebenfalls aus dem Wunderland entspringt die letzte Meldung, daß der Abmahnwahn mit einer weiteren furiosen Welle um sich schlägt. Die Meldung, daß facebook Nutzer abgemahnt werden sollen die Zeichentrickfiguren als Profilphoto genommen haben, macht die Runde.

Photo des Reichstagsbrandes

Der fingierte Reichstagsbrand 1933


Wie lange wird das so weitergehen? Die Politiker, die vorwiegend aus der Kaste der Rechtsverdreher stammen, sind wohl nicht an einer Lösung des Problems interessiert – warum auch? Wenn es mit der Politik nicht klappt, können sie die Bürger wieder schröpfen, diesmal als Abmahnanwälte. Die anderen Profiteure sind die Rechteinhaber, also die Medien, und mit denen verscherzt man es sich als Politiker nicht, wenn man gute Presse haben will. Außerdem, wen interessiert der Pöbel? Hoffen wir mal, daß die für dieses Jahr für den Berliner Reichstag angekündigte Guy Fawkes Night klappt, das Berliner Regime beendet und es einen erfolgreichen Neustart für unseren Staat gibt.

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Naher Osten

Zweite Halbzeit

Nachdem in der ersten Halbzeit das Team Canis Lupus mit 1:0 in Führung gegangen ist, kommt die Mannschaft des Homo Sapiens mit Siegeswillen aus der Kabine. Es kann schließlich nicht sein, daß man gegenüber einem so vermeintlich unterlegenen Gegner keinen Sieg heimfährt.

Mensch und Hund gleichwertig? Beim Konter der Menschen wird das Argument gebracht, daß Menschen die Fähigkeit haben sich sprachlich, also per Laute die Symbolcharakter haben und deren Interaktion untereinander durch Grammatiken bestimmt wird, über Sachverhalte austauschen zu können. Aber die Defensive des Canis Lupus bleibt davon unbeeindruckt. Das Argument läßt sich durchaus entkräftigen, denn Inhalt scheint bei zwischenmenschlicher Kommunikation nicht immer die wichtigste Rolle zu spielen. So wird beispielsweise in einer Gesprächssituation – ähnlich wie bei Hunden – die Rangordnung durch die Tonhöhe deutlich.

Ein sehr bekanntes Beispiel dafür, daß der Ton wichtiger ist als der Inhalt, war vor etwa einem Monat besonders in der amerikanischen und israelischen Presse zu vernehmen: der Fall Helen Thomas.

Helen Thomas ist oder besser gesagt war eine Journalistin, die 1920 in eine Familie libanesischer Einwanderer in Kentucky hineingeboren wurde. Sie begann 1943 ihre journalistische Tätigkeit und nahm als eine der ersten Journalistinnen im Weißen Haus eine Vorreiterrolle für die Emanzipation ein.

Grund des Anstoßes ist ein Video, welches öffentlich verfügbar ist.
Hier ein Transkript des relevanten Teils des Videos:

Helen Thomas: Tell ‚em [the Israelis] to get the hell out of Palestine! … Remember, these people [Palestinians] are occupied and it’s their land, it’s not German, it’s not Poland.
Rabbi David Nesenoff: So where should they go? What should they do?
Helen Thomas: They go home.
Rabbi David Nesenoff: Where is home?
Helen Thomas: Poland, Germany, …

Übersetzung:

Helen Thomas: Sagt ihnen [den Israelis], daß sie verdammt nochmal aus Palästina verschwinden sollen! Denkt daran, daß die Leute [die Palästinenser] unter Besatzung stehen und daß das Land ihnen gehört. Das Land ist nicht deutsch oder polnisch.
Rabbi David Nesenoff: Wo sollen sie hingehen? Was sollen sie tun?
Helen Thomas: Sie sollen nach Hause gehen.
Rabbi David Nesenoff: Wo ist ihr Zuhause?
Helen Thomas: Polen, Deutschland, …

In der Presse wurde sie dann -wie nicht anders zu erwarten war- als Antisemitin dargestellt.

Was war an ihrer Aussage nun antisemitisch? Die Aussage, daß die meisten israelischen Juden eigentlich Europäer bzw. nicht die Ureinwohner des heutigen Israels sind, wird beispielsweise auch vom israelischen Historiker Shlomo Sand unterstützt, der davon ausgeht, daß sich das Judentum durch Missionierung verbreitet hat und daß Palästinenser, die zum Christentum und zum Islam konvertierte indigene Bevölkerung darstellen, die vor der Konversion mehrheitlich jüdischen Glaubens war. In der Tat ist es etwas fraglich, ob insbesondere äthiopische Juden (Falascha), Chasaren oder Meshuhrarim wirklich von den ersten Juden abstammen. Nicht nur Shlomo Sands Argumente sprechen dafür, daß die ursprüngliche Heimat vieler Juden nicht Israel ist, auch viele Juden unterstützen beispielsweise die Aussage indem sie die Möglichkeit wahrnehmen eine weitere europäische Staatsangehörigkeit anzunehmen, u.a. auch die Deutsche, ohne daß ein Einbürgerungstest nötig ist. Das bedeutet, daß sie also auch vor dem deutschen Gesetz Deutsche sind. Welch seltsame Übereinstimmung mit der Meinung von Helen Thomas.

Es ist folglich nicht der Inhalt der Aussage von Helen Thomas, sondern der Ton ihrer Aussage der den Eklat hervorgerufen haben muß, wobei wir wieder bei dem Thema Hund-Mensch-Kommunikation sind, wo weniger das Gesagte als die Art des Sagens eine Rolle spielt. Das bedeutet, daß Israelkritiker möglichst Imperative und Schimpfwörter vermeiden sollten.

Interessant ist übrigens der Spiegelartikel zum Thema, der die Aussagen zum Fall Helen Thomas nicht untersucht, sondern sie einfach so stehen läßt wie sie gemacht wurden.

Dort offenbart sich beispielsweise der logische Fehler, die Situation der Juden mit denen der Schwarzen in den USA zu vergleichen. Die Schwarzen kamen nicht als Besatzer in die USA, um dort ihren eigenen Staat zu gründen, sondern wurden gegen ihren Willen verschleppt, ihrer Sprache und Kultur beraubt, erniedrigt, mißhandelt, … . Wenn sich die Situation der Israelis/Palästinenser überhaupt analog auf den amerikanischen Kontinent übertragen läßt, dann auf die Situation der Indianer, die durch Europäer an den Rand der Ausrottung getrieben wurden, deren Geschichte kaum Beachtung findet und die heute in Reservaten leben. Wobei in diesem konkreten Beispiel die Juden den Europäern und die Palästinenser den Indianern gleichzusetzen sind. Umgekehrt hätten wohl die Palästinenser nichts dagegen wenn jemand fordert, daß sie da hingehen sollen wo sie herkommen: ins sogenannte heilige Land.

Nach 67 (!) Dienstjahren konnte Helen Thomas sich nicht dagegen behaupten fälschlich als Antisemitin gebrandmarkt und so gezwungen zu werden ihren Posten aufzugeben. Die Welt wartet immer noch auf die antisemitismuskeulesichere Weste.

Und noch immer steht es 1:0 für Canis Lupus, trotz der einen oder anderen gefährlichen Torchance auf Seiten von Homo Sapiens.

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The Douchebag Strikes Back (sorta)

In diesem Eintrag will ich mich mit den Antworten von Time auf meinen letzten Blogeintrag auseinandersetzen. Time hat zum einen auf den von mir analysierten Blogeintrag ein Update verfaßt und einen neueren Blogeintrag mit Verweis auf meine Analyse begonnen.

Schauen wir uns mal an was er zu sagen hat.

[…] droht rechtliche Konsequenzen an, eine Eskalation, die m.E. typisch mohammedanistisch ist.

Rechtliche Konsequenzen habe ich nicht angedroht. Es ist auch keine Eskalation, schließlich gibt es keine Auseinandersetzungen zwischen uns beiden. Wenn er den Eintrag aufmerksam gelesen hätte, hätte er erkannt, daß ich hier das Strafgesetzbuch zitiert habe. Es handelt sich möglicherweise um eine Straftat. Da bin ich raus, d.h. der deutsche Staat kümmert sich um das Problem. Neben einer falschen Darstellung, die vermutlich durch mangelndem Sachverstand begründet ist, findet sich am Schluß noch eine versuchte Diskreditierung meiner Person durch das Attribut „mohammedanistisch“. Daß Time gerne mit dem Wort um sich schmeißt und sich dabei in Widersprüche verwickelt, habe ich in meinem Eintrag in der Analyse bezüglich Azads Konfession ja schon gezeigt.

Weiterhin wird mir unsaubere Recherche vorgeworfen, da der Song “Action Muzik” heiße.

Stimmt, aber ich habe noch viel mehr geschrieben.

Immerhin bitte ich aber zu bedenken, dass ich dieses Blog als Hobby bzw. Ehrenamt betreibe und KEINEN professionellen Anspruch geltend machen kann.

Zunächst frage ich mich was das für ein Ehrenamt denn bitteschön sein soll. Es wäre angebracht, den Satz in den Banner des Blogs zu schreiben, damit jeder Leser gleich weiß, daß das Geschriebene von minderer Qualität ist.

Der letzte Teil des Updates lautet:

Im Rahmen unserer Milieustudien ist “Blogicide” vielleicht nicht uninteressant

Hört sich an wie eine Drohung oder Kriegserklärung. Wirkung hat sie bei mir nicht gezeigt.

Gehen wir nun zu dem Blogeintrag über.

Damit sind aber nicht etwa die Hasszeilen von Azad a la “Axt in deinen Schädel, bis dein Schädel auseinanderfällt” gemeint, […] Sami G. von Blogicide nennt sein wortreiches Gestammel “Analyse” und will Azad persönlich auf mich hetzen sowie ein paar Anwälte, da mein Beitrag vermutlich §130 StGb der Volksverhetzung erfülle. Ich gehe davon aus, dass Azad dann außer den Anwälten seine ganze Asselbande mitbringen wird und auch die ganzen Schießeisen, Hackebeilchen und Flammenwerfer, ohne die sich Typen wie er nackt vorkommen. Darauf freue ich mich schon. “Das letzte Wort hat Azad”, faselt Sami G. Na, meinetwegen, denn ich werde der sein, der zuletzt lacht!.

Auch hier der schon fast bemitleidenswerte Versuch mich zu beleidigen, indem man meine Analyse als Gestammel und Gefasel bezeichnet. Und erneut die Erwähnung des Paragraphen. Da scheint jemand mächtig Angst zu haben, sonst würde die Volksverhetzung doch nicht ständig erwähnt werden, schließlich nimmt sie nur einen relativ kleinen Teil meines Eintrages ein. Davon, daß ich Azad persönlich auf den Blogschreiber hetzen wollte, stand nichts in meinem Blog, es ist also entweder eine Lüge oder ein Hirngespinst. An dieser Stelle möchte ich Time für den Hinweis danken, daß Azad vielleicht zusätzlich eine zivilrechtliche Klage machen kann. Daran habe ich nicht gedacht.
Es stimmt, daß ich mich nicht von Azads Text distanziert habe, schließlich soll jeder damit umgehen wie er will. Wenn man solche Texte kritisiert, müßte man auch Killerspiele und Gewaltfilme verurteilen. Interessanterweise steht Time Gewalt doch positiv gegenüber, wie er in einem weiteren Blogeintrag schreibt. Ich frage mich eigentlich was er will oder ob er ein psychisches Problem hat. Ich kann mir so ein übertrieben manichäistisches Weltbild nicht erklären.

Man sieht also, daß außer falschen Anschuldigungen, versuchten Diskreditierungen und Erwähnungen des Volksverhetzungsparagraphen nichts weiter vermittelt wird. Es wird nicht auf die Analyse in meinem Beitrag eingegangen. Sie wird nicht widerlegt, ist also gültig.

Es ist auch seltsam, daß er Gunnar Sønsteby mit erhobenem Zeigefinger abbildet. Eine Pose, die er doch schwul findet, wie er bezüglich des Azadvideos beteuert hat.

Punktestand:
0:2 אני – האידיוט

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Krieg ist Frieden

Was Großmutter auch schon nicht wusste…

gulli.com fasst eine an der Harvard University durchgeführte Untersuchung über Verschwörungstheorien zusammen. In wenigen Worten geht es darum, dass (potentiell gefährliche) Verschwörungstheorien, oder neutraler ausgredrückt: alternative Deutungen der Faktenlage, daher rühren, dass der Informationskanon auf dem sie basieren relativ begrenzt sei. Da man ja mittels sachlicher Argumentation nicht überzeugen könne, sei es legitim, diesen Informationskanon „kognitiv zu infiltrieren“. Agenten der Regierung könnten also online wie offline in diese sozialen Netzwerke eintreten und am „debunking“ der unerwünschten Interpretation arbeiten.

Abgesehen davon, dass ein solches Prozedere schon mindestens seit den 1950er Jahren im Zusammenhang mit der Operation Mockingbird belegbar ist, ist es nur stringent, dass sich die Methoden der Agitation und Propaganda dem Kommunikationsverhalten der jeweiligen Zeit anpasst. Gerade der Wikipedia-Artikel über Psychologische Kriegsführung der USA hält einige Details bereit, die wirklich zum Lachen wären, wenn sie nicht auf einer vollkommen irrationalen Ebene effektiv gewesen wären. So kreuzten bspw. als Sowjet-U-Boote verkleidete NATO-U-Boote der Amerikaner und Briten durch schwedische Gewässer. Das Resultat: das im Kalten Krieg neutrale Land Schweden kippte, angesichts der scheinbaren Bedrohung, in Richtung des NATO-Blocks.

Dies ist, wie viele andere Operationen, ein durchaus gelungenes Beispiel für eine Operation unter (wortwörtlich) falscher Flagge. Angesichts einer solchen Ungeheuerlichkeit, nämlich der Aufführung eines gigantischen Kasperletheaters zur Manipulation der Meinung eines ganzen Landes, fragt man sich schon, wer für den ganzen Kappes finanziell aufkommt (wir selbst), und wie hoch die Etats einzelner Einheiten für solche psychologischen Operationen (PsyOps) eigentlich sind. Die Frage, was das noch mit einem nachvollziehbaren Prozess demokratischer Meinungsbildung zu tun hat, stellt sich eigentlich schon nicht mehr: diese Programme laufen schon seit einem halben Jahrhundert, und dies sehr effektiv. Menschen tun sich aber mit dem Konsens, dass längst Praxis was eigentlich undenkbar ist, verständlicherweise schwer. Weil sich dann echte Abgründe auftun.

Interessant wird es also dann, wenn man rät, gegen alternative Interpretationen der Faktenlage operativ vorzugehen. Und dann noch so tut, als geschähe dies nicht schon längst. Und dabei generell diskutable Hypothesen sowie gegen sachliche Argumentation komplett immunisierte Verschwörungstheorien in einen Topf wirft.

„Dient eine Verschwörungstheorie einem offenkundig politischen Zweck und wird aus ihr ein Machtanspruch oder gar die Forderung nach gewaltsamem Handeln abgeleitet, dann liegt der Verdacht nahe, dass es sich um eine Verschwörungsideologie handelt.“
Einfach mal auf der Wikipedia googeln. Beschreibt sehr gut, dass man als reales Ereignis eine Operation unter falscher Flagge nutzen kann, um aggressiv oder militärisch gegen eine wie auch immer verschworene, reale oder imaginäre Gruppierung vorzugehen. Einfacher ausgedrückt hat das auch schon der durchgeknallte Gröfaz: „Die Auslösung des Konfliktes wird durch eine geeignete Propaganda erfolgen. Die Glaubwürdigkeit ist dabei gleichgültig, im Sieg liegt das Recht“ (22.8.1939). Der Trick funktioniert leider heute immernoch, die Inszenierung ist bloß teurer geworden.

Da PsyOps und Operation unter falscher Flagge Realität sind, braucht man unbedingt Menschen, die genau diesen Umstand bei ihren Interpretationen berücksichtigen, die kritisch, vielleicht hyperkritisch sind. Ob sie brauchbare Hypothesen oder Paranoia produzieren, sei zunächst noch dahingestellt. Das Fazit der Harvard-Studie zum Umgang mit ihnen erinnert allerdings fatal an eine Garfield-Weisheit: „Wenn du sie nicht überzeugen kannst, verwirr sie!“

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