Big Brother, Technisches

Car manufacturers will be watching you

In unserer heutigen Zeit scheint uns der ganze Überwachungszirkus gar nicht mehr bewußt zu sein. Über unsere Handys können wir per Triangulation geortet werden. Dank der LKW-Maut können zumindest ohne weiteres die Bewegungen von LKWs kontrolliert werden und wenn die Regierung lustig ist, könnte sie die Kontrollbrücken zur automatischen Mautkontrolle von LKWs auch so umprogrammieren lassen, daß PKWs registriert werden.

Das sollte doch eigentlich reichen, oder? Vorhang frei für die Autohersteller. Ich war sehr erstaunt als ich diesen Beitrag über 7er BMWs gesehen habe, die von BMW-Mitarbeitern, die in Call-Centern sitzen, „remote“ aufgesperrt und theoretisch sogar gestartet werden können (erinnert euch an Stirb Langsam 4.0).

Derzeit macht ein Gerücht die Runde, daß Google mit General Motors bei der Entwicklung des Chevrolet Volt, der technisch mit dem 2011 erscheinenden Opel Ampera identisch ist, kooperiert. Wie genau die Verzahnung von Google und Autos aussehen soll ist nur Spekulation. Es wird gemunkelt, daß Android als Betriebssystem für den Bordcomputer benutzt werden könnte oder, daß per Handy eine Kommunikation zwischen Autobesitzer und Auto hergestellt werden könnte, ohne daß der Besitzer im Auto sitzt, was für Wartungszwecke oder bei Elektroautos für Ladezustände interessant sein könnte.

Natürlich sind Möglichkeiten da die Daten zu mißbrauchen und diese scheinen auch sehr interessant zu sein. Welchen offiziellen Nutzen Google daraus ziehen wird, wird eine interessante Frage sein (Bekommt man Werbung auf den Autobildschirm, wenn man am Mediamarkt vorbeifährt?). Der BND wüßte sicherlich gerne wann jemand außer Haus ist, um bei ihm während seiner Abwesenheit einen Besuch abzustatten. Und wer weiß, vielleicht läßt sich eines Tages auch so manch unbeliebter Kritiker durch einen ferngesteuerten Autounfall aus dem Weg räumen. Neben Drohnen ein weiteres Beispiel dafür, daß Tötungen Computerspielcharakter bekommen.

Reichen Smartphones nicht mehr aus? Muß das Auto jetzt auch noch petzen? Ich bin alles andere als technophob, aber Verbrauchern sollte immer die Gelegenheit gegeben werden zu entscheiden welche Ausstattung ihr Produkt hat und wieviele Informationen sie preisgeben. Die Hersteller sollten Datenschutz respektieren und Voreinstellungen ihrer Produkte dementsprechend vornehmen. Ich kann nur dazu raten, daß auch Nutzer Firmen meiden sollten, die sorglos mit Daten umgehen, ansonsten droht die zuckerbergsche Prophezeiung wahr zu werden und Privatsphäre wird keine Rolle spielen.

UPDATE:

Einen Tag nachdem ich meinen Blogpost veröffentlicht habe, erschien auf bbc.co.uk die Meldung, daß amerikanische Forscher festgestellt haben, daß die computergesteuerten Kontrollsysteme moderner Autos leicht zu knacken sind. Der Motor eines Autos kann ausgeschaltet und die Türen können beispielsweise verschlossen werden – ein schöner Gedanke, wenn man mit dem Auto über Bahngleise fährt. Die Gefahr sei laut der Wissenschaftler nicht so groß, da – anders als bei den 7er BMWs – die meisten Autos noch nicht ständig mit dem Internet verbunden sind. Wie auch immer, ein geschickter Bastler könnte sich eine Box selber bauen, die ein Smartphone, das mit dem Internet verbunden ist, enthält, mit dessen Hilfe die Werte die Autocomputer manipuliert werden.

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Technisches

Don’t believe …

… the hype hoooa-a-a-a oder so ähnlich lautete 1988 der Sprechgesang der amerikanischen Rap-Kombo Public Enemy (zur Vollständigkeit hier das Lied). Natürlich weist heute jeder Vorwürfe von sich, er wäre irgendwie ein Mitläufer oder ließe sich von den Medien beinflussen und stellt sich arrogant über Menschen die in der Vergangenheit mit ihrem Mitläufertum und ihrer Beeinflußbarkeit fragwürdige Dinge gemacht haben. Sicherlich denkt da jeder Deutsche an das Dritte Reich, es gibt aber andere Fälle wie die Hexenverbrennung oder die rassistische Außenpolitik Amerikas um den Jahrhundertwechsel vom 19. zum 20. Jahrhundert.

Mein Beitrag soll aber keine Geschichtsstunde sein, sondern eher technischer und zeitgenössischer Natur sein. Es geht um das iPad. Leander Kahney beschreibt in seinem Buch „Inside Steve’s brain“ korrekt, daß es Apple gelingt bei der Einführung eines neuen Produktes einen Hype zu machen, wie ihn keine andere Firma herzustellen vermag und daß dieser Hype viel kosteneffizienter sei als herkömmliche Werbung. Die Lektüre des oben erwähnten Buches hat mich etwas gegen den Hype immunisiert, da ich bewußter mit dem Medienzirkus umgehen konnte. Der Videobeitrag zum Thema ist ganz ordentlich (auch wenn er Spiegel Online als seriöses Magazin bezeichnet) und stellt dar wie die Öffentlichkeit manipuliert wurde (insbesondere durch Pseudo-Leaks – „Pseudo-Leaks“, da für mich ein echtes Leak nicht gezielt plaziert wird).

Was das Produkt selber angeht, so rate ich erstmal niemanden dazu es sich zu kaufen, es sei denn Geld spielt keine Rolex. Für etwa dasselbe Geld kann man sich ein Netbook kaufen, dort dann ein Betriebssystem und Programme seiner Wahl installieren und zusätzlich einen Ebookreader kaufen. Gründe gegen das iPad und für meinen Vorschlag sind, daß das Netbook multitaskingfähig ist, eine Tastatur hat und eine Webcam installiert ist. Für den Ebookreader spricht, daß elektronisches Papier angenehmer für die Augen ist und vor allem energieeffizienter ist. Wer nicht auf Apple Produkte verzichten will, ist besser beraten sich ein MacBook oder ein iPhone zu kaufen.

Während es auf der einen Seite einen Riesenhype um das iPad gab, werden Dinge, die wahrscheinlich eine größere Bedeutung haben, kaum erwähnt. Ich denke dabei an das Symbian OS, dessen SourceCode seit dem 4. Februar OpenSource ist. Nachdem auch der Androidhype nicht hielt was er versprach, könnte hier etwas nachhaltiges geschaffen worden sein. Es gibt bereits viele Handys die das Symbian OS nutzen, sodaß auf eine bereits bestehende Usercommunity gesetzt werden kann. In der Tat läuft auf der Mehrheit der Smartphones Symbian OS. User müssen auch nicht die Datenkrake Google im Hinterkopf haben, wenn sie das System nutzen wollen. Eine eher philosophische Frage ist, ob als Alternative zu Symbian ein Unixderivat wie Android auf ein Handy soll. Meiner Meinung braucht man ein Multiusersystem noch nicht mal auf seinem Privat-PC.

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