Propaganda, Schmarotzertum, Technisches

Töte Agent Smith!

Man muß nicht unbedingt Neo sein, wenn man Agent Smith etwas entgegensetzen will. Agent Smith ist nicht nur für Abu Ghraib verantwortlich oder läßt Khaled al-Masri verschleppen und unterhält Foltergefängnisse verteilt auf der Welt, er treibt auch in Deutschland sein Unwesen. Deutsche Internetanbieter geben großzügig IP-Adressen ihrer Nutzer aus, wie diese Statistik zeigt (Seite 18). Die IP-Adressen werden dabei an Anwaltskanzleien weitergegeben, die im Abmahnwahn mitmachen. Wie in Foren zu lesen ist, trifft es häufig Schüler und Hartz IV-Empfänger. Das ist ganz logisch, da diese Gruppen nicht über nennenswerte finanzielle Liquidität verfügen und so Geld sparen wollen. Wie im Film, sind Menschen die Energiequelle, in dem Fall Geld, für ein unmenschliches System – die Abziehanwälte. Als Nutzer kann man nur darauf warten, daß endlich mal eine Entscheidung gemacht wird, wie vor einiger Zeit bezüglich sogenannter Dialern. Es bleibt nichts anderes übrig außer sich zu wundern warum die Politik gegenüber dieser Schicht von parasitären Winkeladvokaten untätig bleibt, sie nicht an den Pranger stellt und stattdessen angebliche Faulheit von Hartz IV-Empfängern zum Thema macht. Es ist fraglich welchen Mehrwert so eine Abmahnpraxis für die deutsche Gesellschaft hat und warum Politiker wie Guido Westerwelle nicht Jobs schaffen anstatt sich über Arbeitslose aufzuregen. Um dem Unsinn Einhalt zu gebieten rate ich jedem bei der Wahl eines Internetproviders die Finger von 1&1, T-Com, Congstar und anderen Anbieter, die das Telekomnetz nutzen, zu lassen, da sie besonders willig sind die Nutzerdaten herauszugeben wie die Statistik zeigt.

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Technisches

Don’t believe …

… the hype hoooa-a-a-a oder so ähnlich lautete 1988 der Sprechgesang der amerikanischen Rap-Kombo Public Enemy (zur Vollständigkeit hier das Lied). Natürlich weist heute jeder Vorwürfe von sich, er wäre irgendwie ein Mitläufer oder ließe sich von den Medien beinflussen und stellt sich arrogant über Menschen die in der Vergangenheit mit ihrem Mitläufertum und ihrer Beeinflußbarkeit fragwürdige Dinge gemacht haben. Sicherlich denkt da jeder Deutsche an das Dritte Reich, es gibt aber andere Fälle wie die Hexenverbrennung oder die rassistische Außenpolitik Amerikas um den Jahrhundertwechsel vom 19. zum 20. Jahrhundert.

Mein Beitrag soll aber keine Geschichtsstunde sein, sondern eher technischer und zeitgenössischer Natur sein. Es geht um das iPad. Leander Kahney beschreibt in seinem Buch „Inside Steve’s brain“ korrekt, daß es Apple gelingt bei der Einführung eines neuen Produktes einen Hype zu machen, wie ihn keine andere Firma herzustellen vermag und daß dieser Hype viel kosteneffizienter sei als herkömmliche Werbung. Die Lektüre des oben erwähnten Buches hat mich etwas gegen den Hype immunisiert, da ich bewußter mit dem Medienzirkus umgehen konnte. Der Videobeitrag zum Thema ist ganz ordentlich (auch wenn er Spiegel Online als seriöses Magazin bezeichnet) und stellt dar wie die Öffentlichkeit manipuliert wurde (insbesondere durch Pseudo-Leaks – „Pseudo-Leaks“, da für mich ein echtes Leak nicht gezielt plaziert wird).

Was das Produkt selber angeht, so rate ich erstmal niemanden dazu es sich zu kaufen, es sei denn Geld spielt keine Rolex. Für etwa dasselbe Geld kann man sich ein Netbook kaufen, dort dann ein Betriebssystem und Programme seiner Wahl installieren und zusätzlich einen Ebookreader kaufen. Gründe gegen das iPad und für meinen Vorschlag sind, daß das Netbook multitaskingfähig ist, eine Tastatur hat und eine Webcam installiert ist. Für den Ebookreader spricht, daß elektronisches Papier angenehmer für die Augen ist und vor allem energieeffizienter ist. Wer nicht auf Apple Produkte verzichten will, ist besser beraten sich ein MacBook oder ein iPhone zu kaufen.

Während es auf der einen Seite einen Riesenhype um das iPad gab, werden Dinge, die wahrscheinlich eine größere Bedeutung haben, kaum erwähnt. Ich denke dabei an das Symbian OS, dessen SourceCode seit dem 4. Februar OpenSource ist. Nachdem auch der Androidhype nicht hielt was er versprach, könnte hier etwas nachhaltiges geschaffen worden sein. Es gibt bereits viele Handys die das Symbian OS nutzen, sodaß auf eine bereits bestehende Usercommunity gesetzt werden kann. In der Tat läuft auf der Mehrheit der Smartphones Symbian OS. User müssen auch nicht die Datenkrake Google im Hinterkopf haben, wenn sie das System nutzen wollen. Eine eher philosophische Frage ist, ob als Alternative zu Symbian ein Unixderivat wie Android auf ein Handy soll. Meiner Meinung braucht man ein Multiusersystem noch nicht mal auf seinem Privat-PC.

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